14. September 2026
SCQEG: Gute Qualitätsziele brauchen verlässliche Bedingungen
Mit dem KiTa-Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz (SCQEG) will der Bund die Qualität in der Kindertagesbetreuung langfristig stärken. Das ist ein wichtiges Signal für die frühe Bildung. Entscheidend wird nun sein, dass aus den gesetzlichen Zielen verlässliche Bedingungen entstehen, die im Alltag der Einrichtungen tatsächlich Wirkung entfalten.
Auch der Deutsche Caritasverband und der KTK-Bundesverband begrüßen in ihrer Stellungnahme ausdrücklich das Ziel, die Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung dauerhaft im SGB VIII zu verankern, sehen sie in zentralen Fragen zu Zuständigkeiten, Finanzierung und Qualitätsanforderungen aber noch Konkretisierungsbedarf.
Verantwortung gemeinsam tragen
Qualitätsentwicklung ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Ländern, Kommunen und Trägern. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten und eine verlässliche Finanzierung. Gerade für freie Träger ist entscheidend, dass zusätzliche Anforderungen nicht ohne entsprechende Refinanzierung übertragen werden. Zugleich gilt es, die Vielfalt der Trägerlandschaft und das Subsidiaritätsprinzip zu sichern.
„Gute Kita-Qualität entsteht nicht allein durch gesetzliche Vorgaben. Sie braucht verlässliche Rahmenbedingungen – und Träger, die ihre Verantwortung für die pädagogische Qualität aktiv wahrnehmen. Entscheidend ist, dass die Bedingungen vor Ort es ermöglichen, Qualität konsequent vom Kind her zu gestalten.“
Mirja Wolfs
Geschäftsführung
Mirja Wolfs
Geschäftsführung
Qualität vom Kind her denken
Kitas sind Orte der Bildung, Erziehung und Betreuung. Ihr Auftrag richtet sich auf die Entwicklung des Kindes zu einer selbstbestimmten, eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit. Gute frühe Bildung nimmt deshalb Kinder in ihrer gesamten Entwicklung in den Blick – ihre individuellen Voraussetzungen und Interessen ebenso wie ihre sprachlichen, sozialen, emotionalen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten.
KTK und Caritas warnen vor diesem Hintergrund davor, frühkindliche Bildung zu stark auf definierte Kompetenzen, messbare Ergebnisse oder eine schulische Erwartungslogik auszurichten. Gute Qualität braucht qualifizierte Fachkräfte, tragfähige pädagogische Beziehungen und Rahmenbedingungen, die individuelle Bildungs- und Entwicklungsprozesse ermöglichen.
Auch Träger können Qualität gestalten
Gute Rahmenbedingungen werden politisch gesetzt. Wie sie in den Einrichtungen wirken, hängt aber auch davon ab, wie Träger ihre Verantwortung wahrnehmen und ihre Organisation gestalten.
Dazu gehört, Fachberatung und Qualifizierung zu stärken, fachlich fundierte und alltagsintegrierte pädagogische Konzepte weiterzuentwickeln und Fachkräften Bedingungen zu geben, unter denen sie Kinder individuell, ressourcen- und beteiligungsorientiert begleiten können. Gerade der Fachberatung kommt dabei eine wichtige Rolle zu: Sie unterstützt Leitungen und pädagogische Teams, sichert fachliche Reflexion und begleitet Qualitäts- und Veränderungsprozesse in den Einrichtungen.
Das SCQEG setzt wichtige Impulse. Damit daraus nachhaltig bessere Bedingungen für frühe Bildung werden, müssen Qualitätsansprüche, Fachlichkeit und Finanzierung zusammengedacht werden. Wenn Bund, Länder, Kommunen und Träger partnerschaftlich zusammenarbeiten, kann das Engagement des Bundes dort Wirkung entfalten, wo es ankommen soll: bei den Kindern, ihren Familien und den Fachkräften.